Aktionskonsens

Aktion Unterholz

Aktion Unterholz 2018 – Aktionskonsens

Dieser Aktionskonsens ist eine verbindliche Aktionsvereinbarung, der in einem kollektiven Prozess auf einem offenen Plenum beschlossen wurde. Wir laden alle, die sich diesem Konsens anschließen, ein, sich an unseren Aktionen zu beteiligen. Dieser Konsens gilt für die „Aktion Unterholz“. Uns ist bewusst, dass es während der Rodungssaison Aktionen von unterschiedlichen Akteur*innen geben wird, wir wollen gegenseitige Solidarität und Kommunikation miteinander fördern.

Als Aktion Unterholz möchten wir für die Rodungssaison von Anfang Oktober bis Februar, ab dem Tag X (Beginn Rodung oder Räumung des Hambacher Forstes), ein Angebot mit einem klaren Aktionskonsens schaffen, an dem sich viele Menschen beteiligen können. Damit sollen die Aktionen für alle Teilnehmenden transparent gemacht werden. Wir sagen, was wir tun und tun, was wir sagen! Durch verschiedene Aktionen des zivilen Ungehorsams an den Rodungs- und Räumungstagen werden wir uns der Zerstörung des Hambacher Waldes immer wieder entgegenstellen und versuchen, den reibungslosen Ablauf im Betrieb des Rheinischen Reviers zu stören.

Unsere Aktionsformen werden vielfältig sein. Wir werden sie auf Aktionsplena, angepasst an die jeweilige Situation, gemeinsam diskutieren und beschließen. Unsere Aktionsformen reichen von massenhaften Sitzblockaden der Zufahrtswege bis hin zu Kletter-Aktionen im Wald mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten. Sie werden an verschiedenen Orten stattfinden: an den Zufahrtswegen, im Wald, um den Wald herum, in der Grube oder auf den Schienen. Ob protesterfahren oder nicht, alle sollen teilnehmen können. Wir richten uns damit gegen technische Infrastruktur der Rodung, Räumung und Kohleförderung.

Damit wir unsere Aktionen bequem gestalten können, werden wir Hilfsmittel, z.B. Strohsäcke, mit uns führen. Wir begrüßen es, wenn Aktivist*innen andere Hilfsmittel (z.B. Lock-ons oder Ähnliches) nutzen, um die Blockaden zu verlängern.

In allen Aktionen werden wir uns ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen. Wir gefährden keine Menschen. Wir werden mit unseren Körpern blockieren und besetzen. Wir werden dabei keine Infrastruktur zerstören oder beschädigen. Wir werden uns nicht von baulichen Hindernissen (wie Zäunen) aufhalten lassen. Absperrungen von Polizei oder Werkschutz werden wir durch- oder umfließen und uns auf keine Provokationen einlassen. Unsere Aktionen werden ein Bild der Vielfalt, Kreativität und Offenheit vermitteln. Unsere Blockaden richten sich gegen Rodungen und Räumungen, damit auch gegen das Handeln von RWE und Polizei, die sich uns entgegen stellen werden. Arbeiter*innen, Polizist*innen und Securities sind jedoch nicht unsere Gegner*innen. Die Sicherheit der Aktivist*innen und aller Beteiligten hat für uns oberste Priorität.

Wir kommen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und politischen Spektren. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für das Gelingen unserer Aktionen. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinander achten und uns unterstützen. Mit Aktionstrainings im Vorfeld werden wir uns gemeinsam auf die Aktionen vorbereiten.

Wir sind solidarisch mit allen, die Widerstand gegen die Klimazerstörung durch Kohlekraftwerke und gegen die sozialen und ökologischen Folgen fossiler Energieversorgung leisten. Wir stellen uns entschieden gegen alle Versuche, den Widerstand gegen den Kohleabbau für reaktionäre oder nationalistische Ziele zu missbrauchen.