Die Rückkehr der Klimaschützer*innen

Aktion Unterholz

Die Rückkehr der Klimaschützer*innen

Die Rückkehr der Klimaschützer*innen

wow, was für eine Woche. Während sich die Bundesregierung weiter weigert, sich dem Klimaschutz an zu nehmen, sich RWE und Landesregierung mit ihren Räumungs-und Rodungsambitionen weiter unbeeindruckt von dem rasant steigenden Druck aus der Zivilgesellschaft zeigen, kehren die Klimaschützer*innen auf beeindruckende Weise zurück und nehmen den Kohleausstieg selbst in die Hand.

Obwohl RWE, mit großer Unterstützung von der von Innenminister Reul gesendeten Polizei (bis zu 4000 an der Zahl) damit voran kommt die Baumhäuser der Reihe nach zu räumen, zu zerstören und dabei bereits massiv alte Bäume zu roden, müssen wir auch konstatieren, dass wir uns inzwischen an Tag _ der Räumung befinden, und noch immer etliche Baumhäuser stehen, und die Zahl an Besetzer*innen im Wald eher zu nimmt als dass es weniger werden würde.

Das Medienecho ist gewaltig, wir waren nicht nur bundesweit auf den Titelblättern sämtlicher Zeitungen, sondern inzwischen berichten auch New York Times, Le Monde und The Guardien ausführlich über die Zerstörung des Hambacher Waldes durch RWE und die Scheinheiligkeit der Bundesregierung wenn es um die Klimaschutzziele geht.

Beeindruckend ist das Durchhaltevermögen der Waldschützer*innen in den Baumhäusern, aber auch der Unterstützung von außerhalb. Kein Tag vergeht ohne Berichte von Solidaritätsaktionen aus der ganzen Welt und Demonstrationen in zahlreichen Städten Deutschlands, oft mit mehreren hundert Teilnehmer*innen.

Der Zahlenmäßige Höhepunkt war deutlich der Waldspaziergang am vergangenen Sonntag als laut WDR 14.000 Menschen an einer Demonstration von Buir an den Hambacher Wald teilnahmen. Mehrere hundert von ihnen brachten Jungbäume mit und pflanzten diese mit der Aktion #aufbäumen im und rund um den Hambacher Wald.

Im Wald? Aber der wird doch von der Polizei strengstens bewacht und unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Waldschützer*innen verteidigt?

Stimmt, aber #wirsindmehr. Und sehr entschlossen. Und so sind am Sonntag gleich mal mindestens 800 Personen unter großem Beifall vieler Tausend Waldspaziergänger*innen die Polizeiketten durchflossen und sind singend in den Wald geströmt um den Menschen auf den Baumhäusern neue Verpflegung zu bringen, kollektiv neue Barrikaden zu bauen und die Räumung im Baumhausdorf #cozytown durch ihre Anwesenheit vorerst zu beenden.

Viele von ihnen sind geblieben, um die Baumhäuser auf zu füllen oder am nächsten morgen mit Sitzblockaden um die Bäume die Räumungsarbeiten zu erschweren. Und so vergeht kein Tag, an dem es nicht auch vor Ort Aktionen gibt, Sitzblockaden auf den Zufahrtstraßen, Gruppen die sich ihren Weg in den Wald bahnen und und und.

Ganz praktisch vorgeführt, wir leicht es wäre die Kohle-Kraftwerke einfach aus zu schalten ohne dass auch nur in einem Haushalt das Licht aus geht, hat die Aktionsgruppe #NiederAUSmachen, als sie am Samstag nicht nur drei Bagger im Tagebau Garzweiler besetzt hat, sondern gleichzeitig auch noch durch Ankettaktionen in Europas dritt-dreckigsten Kohlekraftwerk Niederaußen, die Kohlezufuhr gekappt, und somit über Stunden 7 Kraftwerksblöcke um 77% ihrer Leistung gedrosselt hat. Kohleausstieg ist eben Handarbeit, und 28.000t CO2-Einsparung ist schon ne Ansage.

Wir werden weitermachen, bis zum letzten Baum!

Der Kampf um die Deutungshoheit hat begonnen.

Die Welt schaut zu.