Wer andern einen Graben gräbt

Aktion Unterholz

Wer andern einen Graben gräbt

Unter dem Motto „Niemand hat die Absicht einen Graben auszuheben!“ sind #NRWE derzeit im und um den Hambacher Wald unterwegs. Am Vorabend zum Tag der deutschen Einheit beginnt RWE einen Graben um den Hambacher Forst zu ziehen und diesen mit Stacheldraht zu befestigen. Trotz Rodungsstopp haben die Landesregierung und RWE in den letzten Wochen schon wahre Highways in den Wald gerodet und Parkplätze angelegt. Im Klartext bedeutet dies: die Rodungen beginnen bereits – und das mit fadenscheinigsten Begründungen.
Parallel dazu ist wieder ein Waldspaziergang mit über 10.000 Menschen durch den Hambacher Wald gelaufen, um für dessen Erhalt und den Ausstieg aus der Kohle zu protestieren. Der Widerstand hier im Rheinland wird so groß und breit. Eigentlich nur noch eine Frage der Zeit bis Udo Lindenberg auf dem Weg zu Ende Gelände den „Sonderzug zum Hambi“ besingt und sich Peter Maffay von einer Gerken Hebebühne abseilt, um die Menge mit „(Energie-)Riesen sind nur halb so groß“ zu begeistern. Udo, Peter, falls ihr das hier lest – herzliche Einladung!
Außerdem scheint ein wahrer Bauboom im Hambi ausgebrochen zu sein: 77 Baumhäuser wurden geräumt. ‚77?‘ fragt sich die aufmerksame Leser*in, ‚am Anfang waren es doch noch 51!‘. Ganz richtig, selbst die offiziellen Behörden kommen mittlerweile nicht drum herum, diese höheren Zahlen zu veröffentlichen. Das Schöne daran: der fleißige Baumhausbau nimmt kein Ende – und das ist gut so! So sind wir zuversichtlich, dass auch zum offiziellen Beginn der Rodungen noch Baumhäuser in den Wipfeln kronen.
…fällt selbst hinein.
Aufgrund der derzeitigen Situation werden jetzt Rücktrittsforderungen gegen Reul, Laschet und die Landesregierung laut. Eine Landesregierung, die Konzerninteressen nicht nur schützt, sondern auch alles Erdenkliche tut, um diese durchzusetzen, ist nicht tragbar: Es wird mit…
perfiden Tricks (z.B. #Brandschutz, pietätlose Instrumentalisierung des Todesfalls)
Rechtsbeugung (z.B. massive Rodungen vor der Saison),
Lügen im Landtag (z.B. „es habe keinen Polizeieinsatz im Umkreis des Todesfalls gegeben“, Präsentation veralteter Waffen)
gezielter Falschinformation (Vietnamtunnel, Märchen von „linksradikalen Chaoten“, „Kriminellen“, „Gewalttätern“ etc.)
massiven Fehlentscheidungen und Missmanagement (1. Neonazis ziehen durch Dortmund und können unbehelligt antisemitische Parolen rufen. Polizei schreitet nicht ein. 2. Die Demonstration gegen Erdogan wird aufgrund von Polizeikräftemangel verboten)
…eine Räumung durchgesetzt, obwohl diese im Widerspruch zu dem Willen der Menschen steht. Deswegen fordern auch wir den #Rücktritt der Landesregierung und jeder weiteren Landesregierung, die den Hambacher Wald roden will. Unser Protest zielt auch auf eine Demokratisierung und richtet sich deshalb klar gegen ein Politikverständnis in dem einfach nur „geltendes Recht“ durchgesetzt wird. Regierungen, die mit dem Vorwand „Recht“ umzusetzen ungerecht handeln haben auch in der Vergangenheit immer wieder verloren.
#RWEntmachten – Die Abhängigkeit der Kommunen von RWE und die direkte Bezahlung verschiedener Politiker*innen verdeutlicht wie Konzerne die heutige parlamentarische Demokratie aushebeln können, wenn sie nur dreist genug sind. Angeführt von alten weißen Männern will RWE für eine sterbende Technologie lebendige Dörfer wie Keyenberg (am Tagebau Garzweiler) und den mittlerweile berühmtesten Wald Deutschlands abbaggern.
Ein Konzern wie RWE ist für eine Demokratie nicht tragbar und muss entmachtet werden. Es ist an der Zeit für dezentrale basisdemokratische Energieversorgung! Lasst uns selbst entscheiden wo unser Strom herkommt und die Kontrolle darüber denen geben die ihn beziehen.
Take care of each other, so we can be dangerous together!
Dass wir viele sind zeigt sich jeden Sonntag, dass wir mehr werden auch. Dass wir bereit sind durch zivilen Ungehorsam diesen Wahnsinn zu stoppen, zeigen die immer größer werdenden Sitzblocken von hunderten unter der Woche. Deswegen organisiert euch, von Bezugsgruppe bis zu großen Bündnissen. Wenn wir gemeinsam handeln sind wir stark. Es liegt ein intensiver Herbst vor uns, in dem wir diesen einen Wald retten, einen Konzern entmachten und eine Landesregierung zurücktreten lassen. Dafür ist es wichtig, dass wir gut aufeinander achten, uns umeinander kümmern, Pausen gönnen, auch mal einen Tee trinken und vor allem vorbereitet sind:
Uns erwartet der von RWE geplante Rodungsbeginn. Derzeit läuft ein Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster, ob der Hambacher Wald aufgrund seiner Einzigartigkeit zum FFH (Flora-Fauna-Habitat) erklärt werden sollte. Die Verkündung des Urteils ist auf den 15. Oktober 2018 datiert. Wie letztes Jahr, ist mit diesem Verfahren ein Rodungsstopp verbunden, da das Fällen von Bäumen unwiderrufliche Tatsachen schaffen würde. 1. Bis zum Gerichtsurteil am 15. Oktober werden wir die Räumungen weiter erschweren und unseren Protest laut werden lassen. Wir werden immer wieder zu über 10000 Menschen auf die Straße gehen. 2. Vor Gericht wird es ein Urteil geben, aber ob es Gerechtigkeit geben kann ist mehr als fragwürdig. Deshalb haltet euch die Wochen danach frei so viel ihr könnt.
Also heißt es wieder „Blau machen und ins Grüne fahren“. Denn wenn sie roden wollen, werden wir das verhindern und diesen Wahnsinn zum Desaster machen. Hambi retten, heißt für ein Morgen kämpfen!